Foodwaste: Wer tut was gegen das Essen im Abfall?

Zwei Millionen Tonnen in der Schweiz produzierte Lebensmittel werden jährlich nicht gegessen – sondern entsorgt. Immer mehr Menschen wollen dagegen etwas tun. Wir haben uns – und Ihnen – einen Überblick verschafft.

Wer sich in die Zahlenlage zum Thema Foodwaste einliest, muss ab und zu die Nullen nachzählen: zwei Millionen Tonnen, das sind ausgeschrieben 2’000’000’000 Kilogramm. Eine Lastwagenkolonne voller Nahrungsmittel von Zürich bis Madrid wäre das gemäss den Angaben bei foodwaste.ch.

Was heisst das eigentlich genau?

Uns – Olivia Menzi und mich – beschäftigt das Thema Lebensmittelverschwendung schon seit geraumer Zeit. Und weil wir uns Probleme gerne nicht nur am Schreibtisch anschauen, sondern in freier Wildbahn, haben wir uns Foodsharing Zürich angeschlossen.*

Die Organisation stellt einerseits öffentliche Kühlschränke bereit, in denen jede und jeder überschüssige Lebensmittel hinterlegen und/oder abholen kann, um diese vor der Entsorgung zu bewahren. Sie betreibt ausserdem an die 100 Kooperationen mit Betrieben in und um Zürich, die den Freiwilligen Lebensmittelretter/innen bei Laden- und Betriebsschluss ihre Überschüsse zur Verteilung überlassen.

Wenn die Zahlen real werden

Dadurch sind zwei Dinge passiert:

  1. All die Zahlenreihen und Infografiken wurden sozusagen vor unseren Augen real: Wer aktiv Lebensmittel rettet, sieht sich mit Mengen konfrontiert, die man sich daheim auf dem Sofa nicht vorstellt – und die relativ gesehen ja immer noch verschwindend klein sind.
  2. Wir haben zahlreiche Initiativen und Projekte kennen gelernt, die sich als Graswurzel-Bewegungen, aber auch als Unternehmen formieren, um gegen das Problem anzutreten.

Immer mal wieder sind wir einem Problem oder einer Frage begegnet, bei der wir uns dachten: Mit noch mehr Vernetzung und Zusammenarbeit wäre das besser zu lösen. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass uns genau das meist wieder zum Suchen veranlasste: Gibt es nicht schon jemanden, der sich genau damit beschäftigt?

Voilà: Ein Rechercheprojekt

Fast ein bisschen unverhofft ist so das erste Projekt von Mehr als zwei entstanden: Eine ausführliche Recherche dazu, wer in der Schweiz Überschüsse verwertet, sei es durch das Erschliessen eines Marktes für diese Waren, in der Verarbeitung zu neuen Produkten oder im schlichten Teilen, also wiederum: Food Sharing.

Wir wollen damit eine Grundlage legen für etwas, was wir gut können und in Zukunft mehr machen wollen: Weiter denken, auch in neue Richtungen. Kooperationen anstossen und Synergien schaffen, wo sie vielleicht bisher nicht offensichtlich waren.

Es geht noch weiter

Wir publizieren heute den aktuellen Stand unserer Recherche – das heisst aber nicht, dass wir fertig sind. In einem zweiten Schritt wollen wir zum Beispiel herausfinden, welche karitativen Organisationen mit Überschüssen Gutes tun und wie ihnen dabei geholfen werden könnte, das noch besser zu machen. Und noch ein paar andere Dinge.

Mehr dazu erfahren Sie in den nächsten Wochen und Monaten hier. Wenn es Ihnen zu anstrengend ist, regelmässig vorbeizuschauen – wir verstehen das gut – können Sie alle News auch einfach als praktische E-Mail abonnieren oder einem unserer Social-Media-Auftritte folgen (die Links dazu finden Sie am Fuss dieser Seite). Wir freuen uns, wenn Sie dran bleiben.

 

* Foodsharing ist schweizweit aktiv: foodsharingschweiz.ch

 

Bildquelle: Dane Deaner bei Unsplash

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