Im Rahmen der Ideenausschreibung für das Pilotquartier Netto-Null in der Binz / Alt-Wiedikon haben wir folgende Projektskizze eingereicht. Bitte unterstütz uns mit deiner Stimme. Danke
Ideenbeschreibung
Zusammenfassung
Das Projekt vernetzt lokale Lebensmittelangebote zu einem integrierten, nachhaltigen Ernährungssystem im Quartier. Es erleichtert den Zugang zu regionalen landwirtschaftlichen und ressourcenschonenden Lebensmitteln. So entsteht ein einfach umsetzbares, sozial gerechtes Modell.
Was soll entstehen?*
Das Quartier Binz wird zum Dreh- und Angelpunkt für eine neuartige, integrierte Lösung, die verschiedene Ansätze rund um ein regionales und nachhaltiges Lebensmittelsystem miteinander verbindet. Ergänzt durch die systematische Nutzung von Lebensmittelüberschüssen aus Industrie, Produktion und Grosshandel.
Im Zentrum steht die Frage, wie die Transformation im Bereich Ernährung konkret gelingen kann:
Wie kann das Ernährungssystem neu gedacht und aufgebaut werden, damit es langfristig zukunftsfähig, resilient und robust ist? Wir brauchen ein System, dass auf die Probleme und Herausforderungen der aktuellen Zeit reagieren kann und Visionen für die Zukunft trotzdem ermöglicht.
Heute existieren viele Visionen darüber, wie ein nachhaltiges Ernährungssystem in der Zukunft aussehen könnte. Was jedoch oft fehlt, sind die konkreten Zwischenschritte sowie Räume, in denen notwendige Kompromisse (Überschüsse werden mit eingebunden) und Übergangslösungen (nicht Bio/regenerative Produkte werden als Ergänzung eingebaut) praktisch erprobt werden können.
Unser Ansatz setzt genau hier an:
Was wäre, wenn wir bestehende und zukünftige Ideen nicht isoliert betrachten, sondern gezielt miteinander kombinieren und so weiterentwickeln, dass sie sich gegenseitig ergänzen, anstatt miteinander zu konkurrieren? Was wäre, wenn wir das System ganzheitlich denken und die Akteure über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette inkl. Endkonsumenten zusammenbringen würden?
Ziel ist es, im Quartier eine funktionierende Infrastruktur zu schaffen, die es der Bevölkerung, aber auch Organisationen wie Kitas, Schulen, Altersheimen und Gastronomiebetrieben ermöglicht, nachhaltig und – wenn möglich – regional einzukaufen.
Dazu werden verschiedene Elemente miteinander verknüpft:
- Offene Kühlschränke nach dem Prinzip von «Madame Frigo» als niederschwelliger Zugang zu Lebensmittelüberschüssen von Haushalten
- Ein regionaler Produzentenmarkt sowie Food-Depotstellen
- Ein Foodsave-Markt mit Gemüse, Früchten und weiteren überschüssigen Produkten aus der kompletten Lebensmittelwertschöpfungskette (Industrie, Produktion und Grosshandel)
- Zugang zu Food-Upcycling-Produkte, also aus Überschüssen hergestellte Lebensmittel
- Shared Kitchen mit Angebot für Sensibilisierung und Aufklärung zum Lebensmittelsystem: gemeinsames Verkochen von saisonalen Produkten und Überschüssen, Workshops zur Resteverwertung im Haushalt etc.
- Integration von Urban Gardening Projekten vor Ort sowie Workshops zur Verarbeitung der so angebauten Lebensmittel
- Sensibilisierung und Aufklärung: Durch Bildungsangebote und niederschwellige Formate soll das Bewusstsein für saisonale, regionale und ressourcenschonende Ernährung gestärkt werden. u.a. durch gemeinsame Kochevents, Informationsveranstaltungen mit Produzenten und ihren Produkten soll ein gemeinschaftliches Verständnis für die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze geschaffen werden.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die soziale Dimension:
Auch sozial schwächere Menschen sollen Zugang zu nachhaltigen Lebensmitteln erhalten. Denkbar ist ein Subventionsmodell, angelehnt an bestehende Beispiele wie in Vevey, bei dem Personen mit Krankenkassenvergünstigungen nachhaltige Lebensmittel zu reduzierten Preisen beziehen können.
Beispiele aus der Schweiz
Foodoo / Foodoo Outlet, Foodsave Markt foodsavemarkt.ch, Gemeinde Vevey: Vergünstigte Abgabe von nachhaltigen Produkten (Prozess via Krankenkassenvergünstigung), Madame Frigo (öffentliche Kühlschränke gehen Lebensmittelüberschüsse zu Hause), Lebensmittelabgabe 2.0, diverse Urban Gardening Projekte z.B. GARTE ÜBER DE GLEIS
Wie gehts nun weitere?
- Vom 13. April bis 13. Mai ist nun die Öffentlichkeit gefragt. Du kannst über deine favorisierte Ideen abstimmen.
- Parallel dazu bewertet auch eine Fachjury die eingereichten Ideen.
- Beide Stimmen fliessen zu gleichen Teilen (50/50) in die Auswahl ein.
- So wird entschieden, welche 25 Ideen in die nächste Phase kommen und damit einen wichtigen Schritt näher an die Umsetzung rücken.
- Ab Mitte Juni werden die ausgewählten Ideen gemeinsam mit den Ideengeber*innen und Interessierten aus dem Quartier sowie Fachexpert*innen zu konkreten, umsetzbaren Projekten weiterentwickelt.
- Weitere Infos zum Pilotprojekte Netto-Null findest Du hier

