Das war der Food Save Day 2019

Zum Abschluss der FOOD ZURICH wurde beim Festivalzentrum auf dem Europaplatz beim HB Zürich der Food Save Day ausgerufen: Markt, Beiz, Chuchi und das Talkformat – alles stand im Zeichen dessen, dass Lebensmittel im Abfall ein Problem sind, das wir als Gesellschaft anpacken müssen.

18 verschiedene Organisationen – von A wie Allgemeine Berufsschule Zürich über F wie foodsharing Zürich bis Z wie ZüriChips haben den ersten Food Save Day am Europaplatz gemeinsam möglich gemacht.

Und man könnte mutmassen, Petrus sei ein Foodsaver: Nachdem das Wetter über die ganze Festivaldauer unbeständig war, wurde der Anlass nicht nur vom Regen verschont; einige von uns haben sich sogar den ersten kleinen Sonnenbrand der Saison geholt.

Zu Hause, unterwegs, beim Einkaufen

Den konzeptionellen Kern des Tags bildete die Leitfrage, wo und wie jede und jeder einzelne im Alltag Einfluss nehmen kann. Im eigenen Haushalt können Überschüsse und Reste besser verwertet werden, indem man sie haltbar macht, weiterverwendet oder rechtzeitig abgibt, was zu viel ist.

Unterwegs und beim Einkaufen tragen bewusste Entscheidungen zu weniger Verschwendung bei: Wieviel brauche ich wirklich? Kaufe ich Produkte ein, die einer nachhaltigen Lebensweise Rechnung tragen? Wie kann ich dazu beitragen, explizit Überschüsse zu verbrauchen, die beispielsweise in der Gastronomie entstehen?

Ausstellerliste: foodsave.ch, Stadt Zürich, grassrooted, sonmas, Le Saucier, WormUp, ZüriChips, foodsharing Zürich, Slow Food Youth CH, Too Good To Go, reCircle, Äss-Bar, ABZ, Foifi, Schweizer Tafel, Sozialwerk Pfarrer Sieber – kuratiert von DasProvisorium und Verein Mehr als zwei
Konzept und Ausstellerliste Food Save Day & Food Save Markt, FOOD ZURICH 2019

Mit Überschüssen Hilfe leisten

Ebenfalls vertreten war die Schweizer Tafel: Die Organisation holt täglich rund 16 Tonnen Lebensmittelüberschüsse aus dem Handel und gibt sie an Hilfswerke weiter, die wiederum für und mit bedürftigen Menschen arbeiten.

Eine davon ist das Sozialwerk Pfarrer Sieber. Am Stand der beiden Organisationen gab es viele intensive Gespräche darüber, wie diese karitative Arbeit möglich ist und was es dazu braucht.

Keine einfachen Antworten

Dass die Frage nach dem sinnvollen und verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln nicht so simpel ist, wie sie auf den ersten Blick aussieht, zeigte sich auch beim Kitchentalk mit Dominik Widmer. Gemeinsam mit Yvonne Lötscher von der Stadt Zürich und Thomas Bratschi von der ZHAW und foodward, diskutierte er unter anderem darüber, wo die Gründe für die Verschwendung in den Privathaushalten liegen.

Richtigerweise kam jedoch auch zum Ausdruck, dass nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten in der Verantwortung sind, sondern die ganze Wertschöpfungskette und die Politik. Erst vor kurzem hat das Parlament einem Postulat von Isabelle Chevalley (GLP) für einen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung zugestimmt.

Talk-Runde im Festivalzentrum

Nachhaltigkeit als Innovationstreiber

Ernährung ist ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung der Klimakrise; da ergibt es durchaus Sinn, dass die diesjährige FOOD ZURICH einen expliziten Nachhaltigkeits-Track geführt hat. In der Übersicht der Events zeigt sich: Nicht nur eine Rückbesinnung aufs Traditionelle leistet einen Beitrag, wie etwa das wieder Entdecken von Wild- und Waldpflanzen zum Kochen oder das Fermentieren von Lebensmitteln. Dem gegenüber stehen innovative Entwicklungen wie das Urban Farming in geschlossenen Kreisläufen oder die Küche unter Einsatz von Insektenproteinen.

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