Food Waste & Armut gleichzeitig reduzieren – In Arbon startet schweizweit erstmaliges Pionierprojekt

Von September bis November 2021 können in Arbon lebende und von Armut betroffene Menschen online Lebensmittelpakete bestellen. Die Lebensmittel stammen unter anderem von regionalen Produzenten, die diese ansonsten entsorgen müssten. Die regionale Online-Lebensmittelabgabe ist ein Pilotversuch und schweizweit erstmalig, sie folgt auf den initialen Prototyp vom Winter 2020/2021. Nach Versuchsende soll ein Leitfaden anderen Gemeinden zur eigenen Umsetzung dienen.

Mit der Online-Lebensmittelabgabe erhalten von Armut betroffene Menschen einfacher und zeitgemässer Zugang zu Lebensmitteln. Zugleich werden Lebensmittelüberschüsse von regionalen Produzenten zum Verzehr zugänglich gemacht und vor der Entsorgung bewahrt. In Arbon testen wir von September bis November 2021 die Online-Lebensmittelabgabe zum ersten Mal regional und in Zusammenarbeit mit einer Gemeinde.

Dringend nötige Ergänzung zum bestehenden Angebot

Fehlende Mobilität, gesundheitliche Einschränkungen, limitierte und sich mit Arbeitszeiten deckende Öffnungszeiten oder schlicht die Scham erschweren von Armut betroffenen Menschen, die stationären Lebensmittel-Abgabestellen aufzusuchen. Die Online-Lebensmittelabgabe bietet hier die nötige Ergänzung.

Auf lebensmittelabgabe.ch können sich von Armut betroffene Menschen aus Arbon ab sofort anmelden. Von September bis November 2021 haben sie alle 2 Wochen die Möglichkeit, ein Lebensmittelpaket auszuwählen und gegen einen Unkostenbeitrag von CHF 10 zu bestellen. Der effektive Warenwert beträgt für die rund 10 Kilogramm schweren Pakete zwischen CHF 50 und 80. Nach Hause geliefert werden die Lebensmittelpakete von der Post.

Regionaler Ansatz bietet deutliche Vorteile

Der regionale Ansatz ist für die Online-Lebensmittelabgabe aus mehreren Gründen ideal: Regionale Netzwerke und auch kleine Produzenten können ihre Überschüsse effizient abgeben, die kurzen Transportwege sparen Kosten und Ressourcen, das Beilegen von Frischprodukten ist möglich und Gemeinden können aktiv Armut und Food Waste reduzieren und eine Kreislaufwirtschaft fördern.

Für die Stadt Arbon profitieren alle, wie sich Reto Stacher, Leiter Bereich Gesellschaft, äussert:

«Wir glauben daran, dass die Online-Lebensmittelabgabe eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot der Lebensmittel-Abgabestelle Tavola sein kann. Und dass sie neue Möglichkeiten schafft für Menschen, welche die Tavola nicht aufsuchen können oder wollen.»

Food-Care Ostschweiz unterstützt als Partnerin das Projekt in der Beschaffung und Logistik. Interessierte kleine und grosse Lebensmittelproduzenten werden laufend gesucht.

Ein umsetzbarer Leitfaden für andere Gemeinden

Die zeitlich begrenzte Online-Lebensmittelabgabe in Arbon baut als Pilotversuch auf der vergangenen Prototyp-Phase auf. Anfang 2022 werden wir die Erfahrungen auswerten und anderen interessierten Gemeinden, karitativen Organisationen, Sozialunternehmen und Vereinen kostenlos in Form eines umsetzbaren Leitfadens zur Verfügung stellen. So, dass die Online-Lebensmittelabgabe zukünftig auch an anderen Orten in der Schweiz Armut und Food Waste reduziert.

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