Unsere Vision: Ein echter, offener Markt für Lebensmittel-Überschuss

Ein digitaler Marktplatz soll sowohl Ausschuss-Lebensmittel als auch überschüssige Rohstoffe und Nebenprodukte zu einem wirtschaftlichen Preis und mit geringem Mehraufwand zugänglich machen. Die Plattform richtet sich an Akteurinnen und Akteure an der Schnittstelle von Produktion zu Verarbeitung.

Aktuell:
Von Juli 2022 bis März 2023 läuft unser Vorprojekt zum digitalen Marktplatz. Mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz, Innosuisse und der ZHaW finden wir heraus, wie eine tragfähige und nachhaltige Lösung aussehen kann.

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Bis 2030 sollen Lebensmittelverluste in der Schweiz «auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschliesslich Nachernteverlusten verringert» werden. So lautet die Selbstverpflichtung im Rahmen der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der UNO.

Für die Umsetzung heisst dass, dass sich Dinge ändern müssen. Zum Beispiel die Rahmenbedingungen für jene, die aktiv gegen Lebensmittelverluste angehen wollen.

Bisher nicht gehandelte Lebensmittel

Rund ein Drittel der 2.8 Millionen Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfällel – etwa 915’000 Tonnen – fallen in Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie an, unter anderem durch Industrienormen und fehlende Absatzmärkte für geniessbare Nebenprodukte (Beretta & Hellweg, 2019). Für Produktion und Industrie ist es kaum möglich, diese Verluste zu vermeiden: Sie sind abhängig von der nachgelagerten Verwertungs- und Handelskette und deren Qualitätsnormen.

Gleichwohl gibt es Potenzial dafür, einen Teil dieser Waren zu verwerten – aber zu anderen Bedingungen und mutmasslich in Kooperation mit anderen Partnerinnen und Partnern.

Innovation muss man sich leisten können

Bisher gibt es keine einfache Möglichkeit, Aus- und Überschuss zu handeln. Abhängig von den konkreten Warengruppen ist der Direktverkauf eine Option, doch die Aufwände sind hoch und über Haushaltsmengen hinaus bedarf es viel Sucharbeit, einen passenden Abnehmer zu finden. Wer Ware abnehmen und verarbeiten will, steht vor dem selben Problem: Alle wissen, dass Ware übrig ist – aber wann und wo?

Die Ressourcen, die unter den heutigen Voraussetzungen allein in Recherche und Koordination fliessen müssen, fehlen beim Erarbeiten tatsächlicher Lösungen: Wie können die Produkte sinnvoll im Kreislauf bleiben? Am Ende fallen die Bemühungen oft schlicht dem Druck des Tagesgeschäfts zum Opfer, selbst wenn Ideen und Fähigkeiten gegeben sind.

Erfolgreiche Ansätze innerhalb der Wertschöpfungskette adaptieren

Digitale Anwendungen an der Schnittstelle zu Verbrauch und Verzehr gibt es bereits einige: Apps wie Too Good To Go ermöglichen Konsumentinnen und Konsumenten, überzählige Portionen vergünstigt zu beziehen, foodsharing bildet im Netzwerk Kooperationen mit Betrieben und organisiert die Abholung von Überschuss durch freiwillige Teams.

Dass diese Ansätze in Detailhandel und Gastronomie sehr effektiv sein können, also dort wo die Ware auf Verbraucher*innen trifft (B2C), zeigen Beispiele aus Norwegen und Dänemark, wo Lebensmittelabfälle um bis zu 25% reduziert werden konnten (Cane & Parra, 2020). Beide Fälle zeigen, dass das Wissen und der Zugang zum Überschuss an sich einen Einfluss darauf hat, dass andere Marktteilnehmer*innen darauf reagieren.

Legen wir dieses Prinzip auf die Schnittstelle zwischen Produktion und Verarbeitung an (B2B), sehen wir: Ohne Information und Zugang kann echter Handel nicht passieren.

Die Grundlage für effektiven Handel – und mehr Verwertung

Ein niederschwelliger digitaler Marktplatz für Landwirtschaft, Produktion und Verarbeitung adressiert das Problem an einer Stelle, an der es bis anhin nur anekdotisch behandelt worden ist. Kann das System Überschüsse und Nebenprodukte früh «in der Wertschöpfungskette behalten» und verarbeiten, verringern wir einen bedeutenden Teil der Verluste, auf den alle nachfolgenden Lösungsansätze keinen Einfluss haben.

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